Konkurrenzsituation Energiepflanzen – andere pflanzliche Rohstoffe

Bei steigenden Preisen für fossile Energieträger steigen auch die Kosten landwirtschaftlicher Produktionsmittel wie Mineraldünger und Kraftstoff. Nach Mühlenhoff verstärkt die Koppelung der Agrarpreise an die Erdölnotierungen sich weiter, da höhere Erdölpreise auch die Produktion von Biokraftstoffen attraktiv machen und infolgedessen die Agrarrohstoffe für die Biokraftstoffproduktion wiederum unter erhöhten Spekulationsdruck geraten.
Steigen mit einer stärkeren Nachfrage auf dem Weltmarkt die Preise für Agrarrohstoffe, wird allerdings auch die Bewirtschaftung von bisher nicht lohnenden Standorten wieder wirtschaftlich. In manchen Regionen sind vor diesem Hintergrund bereits Effizienzsteigerungen und Ausweitungen der Anbauflächen auf bisher brach liegenden Flächen zu beobachten. Diese Tendenz kann gerade im eher extensiv bewirtschafteten nordböhmischen Teil des Untersuchungsgebiets in Zukunft zu erheblichen Anbauausweitungen führen.
Überdies besteht eine direkte Relation zwischen der Entwicklung der Preise von Gärsubstraten und dem allgemeinen Preisniveau für andere pflanzliche Rohstoffe. Auf Grund von Kreuzpreiselastizitäten des Angebotes werden Landwirte bei fallenden Getreidepreisen versuchen mehr Gärsubstrate anzubauen. Dieses erhöhte Angebot führt bei zunächst konstanter Nachfrage zu fallenden Preisen (gegenwärtige Situation). Umgekehrt führt bei steigenden Preisen für pflanzliche Agrarrohstoffe das Gesetz von Angebot und Nachfrage gleichfalls zu steigenden Preisen für Gärsubstrate (z.B. 2007). Die zu erwartende weitere Zunahme von Biogasanlagen wird zu einer weiter steigenden Nachfrage nach Gärsubstraten führen. Dies wird die Verfügbarkeit von Gärsubstraten weiter schmälern und damit zu weiterer Preiserhöhung führen. Die sich daraus wiederum ergebende Zunahme des Gärsubstratanbaus führt mittel bis langfristig zu einer Verdrängung des bestehenden Marktfruchtanbaus (insbesondere Getreidebau).