Nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über relevante Erzeuger energetisch verwertbarer Bio-massearten aus dem Bereich Lebensmittelverarbeitung.

 

 

Ernährungsgewerbe

In Nahrungsmittelindustrie und -handwerk sind im deutschen Teil des Projektgebietes mehr als 550 Betriebe tätig. Darüber hinaus sind etwa 110 zugelassene überwiegend kleinere Schlacht- und Verar-beitungsbetriebe tierischer Erzeugnisse ansässig (Fleischer, Landwirte) (s. Anlage 5). Durch weitge-hende Komplettverarbeitung und -vermarktung bei der gewerblichen und industriellen Nahrungsmit-telherstellung fallen jedoch kaum Abfälle an.

 

Übersicht Ernährungsgewerbe, Stand 2011

 

 

Auf tschechischer Seite wurden 24 kleinere bis mittlere Schlacht- und Verarbeitungsbetriebe tieri-scher Erzeugnisse sowie 35 Bäckereien mit Kontaktdaten erfasst.

Lebensmittelmärkte

Laut einer aktuellen Statistik der IHK Dresden gibt es im deutschen Teil des Projektgebietes 730 Ein-zelhandelsbetriebe für Nahrungs- und Genussmittel, Getränke und Tabakwaren, welche als Quelle überlagerter Lebensmittel oder Tiefkühlschäden in Frage kommen. Hinzu kommt eine ebenfalls gro-ße Anzahl mobiler Verkaufsstände, an denen Lebensmittelreste anfallen können.
Auf tschechischer Seite sind mehr als 140 Supermärkte mit Kontaktdaten erfasst.

 

Betriebe Einzelhandel von Lebensmitteln, Stand 1.9.2011

Gewerbliche Verbraucher

Quellen für Essensreste sind mehr als 2.000 überwiegend kleinere Betriebe des Gastgewerbes. Ne-ben ca. 30 Großküchen und Caterern gehören auch über 170 Krankenhäuser und Heime zu Großver-brauchern von Lebensmitteln auf deutscher Seite des Projektgebietes.

 

Gewerbliche Verbraucher von Lebensmitteln 2011

 

Auf tschechischer Seite sind knapp 300 Schulen (Schulküchen) sowie 15 Krankenhäuser mit Kontakt-daten erfasst.

Entsorgung und Verwertung

Seit der BSE-Krise 2001 gilt ein generelles Verfütterungsverbot tierischer Abfälle und Nebenprodukte. Die dazu erlassene EU-Hygienevorschrift wurde in Deutschland mit dem Tierischen Nebenprodukte-Beseitigungsgesetz (TierNebG) umgesetzt. Diese rechtlichen Regelungen geben genau vor, welche tierischen Nebenprodukte wie zu verarbeiten sind und welche Verwertungs- oder Beseitigungswege erlaubt sind.
Im deutschen Teil des Projektgebietes sind zwei Zwischenbehandlungsbetriebe ehemaliger Lebens-mittel zugelassen. Transporteure von Küchen- und Speiseabfällen sowie tierischer Nebenprodukte sind fünf zugelassen.
Kompostierungsanlagen tierischer Nebenprodukte sind keine zugelassen, ebenso keine Verbren-nungsanlagen. Eine Verbrennungsanlage von Speiseabfällen gibt es in Radeberg. Die in Sachsen ein-zigste Tierkörperbeseitigungsanlage befindet sich in Lenz (Landkreis Meißen).
Die tschechische Seite verfügt über keine zurzeit existierenden Kompostierungsanlagen für Küchen- und Speiseabfälle. Wie aber im Kapitel 4.3.2 erwähnt wurde, wird die erste Kompostierungsanlage im Jahr 2012 in Krásná Lípa in Betrieb genommen (geplante Kapazität 20.000 t/Jahr). Diese Anlage soll auch Küchen- und Speiseabfälle bearbeiten. Nach der Hygienisierung wird sie auch Teile von Tierka-davern verarbeiten können. Für zwei weitere Anlagen in Nové Město pod Smrkem und Frýdlant werden derzeit Machbarkeitsstudien erarbeitet.