Gesamte Potenziale an Biomasse

Deutsches Projektgebiet
Aggregiert man die einzelnen Potenziale so ergibt sich für das gesamte deutsche Untersuchungsgebiet ein theoretisches Potenzial von 46.702 TJ im Jahr 2015 und 50.261 TJ im Jahr 2020. Nach der Berücksichtigung der technischen Umsetzbarkeit und konkurrierender Nutzungen verbleibt ein technisches Potenzial von 11.882 TJ im Jahr 2015 und 14.012 TJ im Jahr 2020 (Potenziale, für die keine Prognose ermittelt werden konnte, sind bei dieser Zusammenfassung dennoch berücksichtigt und gingen mit dem errechneten Wert in jedes Jahr ein).

Summe der ermittelten Potenziale nach Landkreisen im deutschen Projektgebiet

Der Anstieg der Potenziale im Jahr 2020 gegenüber 2015 gründet im Wesentlichen auf einem Anstieg der Potenziale aus NawaRo

 

Entwicklungstendenz der Potenziale 2020 gegenüber 2015 im deutschen Projektgebiet

 

Zur besseren Einordnung der ermittelten Potenziale sollen sie in Relation zum Primärenergieverbrauch in der Bundesrepublik gesetzt werden. Dieser lag im Jahr 2008 je Bundesbürger bei 0,1743 TJ. Bei einem technischen Potenzial von 11.882 TJ im Jahr 2015 könnte durch Biomasse in den Landkreisen Bautzen und Görlitz der Primärenergiebedarf von 68.170 Personen gedeckt werden. Dies entspricht 12,2% der für dieses Jahr prognostizierten Bevölkerung. Legt man nur die im Haushalt verbrauchte Primärenergie zugrunde (ohne Industrie, Verkehr, Gewerbe, Handel und Dienstleistungen), so erhöht sich der Abdeckungsgrad auf 44,0% bzw. 246.515 Personen.

 

Versorgung der Bevölkerung in den Landkreisen Bautzen und Görlitz gemäß Primärenergieverbrauch

In der Summe tragen die NawaRo von Ackerland mit 42,9% im Jahr 2015 und 52,1% im Jahr 2020 den größten Teil zu den Biomassepotenzialen bei. Allein NawaRo von Ackerland, Getreidestroh, Holzeinschlag und Dauergrünland liefern 87,7% des Biomassepotenzials.

 

Summe des technischen Potenzials in beiden deutschen Landkreisen nach Potenzialarten und deren Anteil an der Potenzialsumme (2015 / 2020)

 

Tschechisches Projektgebiet
Im gesamten tschechischen Projektgebiet errechnet sich ein theoretisches Potenzial in Höhe von 31.315 TJ im Jahr 2015 und 31.262 TJ im Jahr 2020. Das technische Potenzial lässt sich auf 7.901 TJ im Jahr 2015 und 8.782 TJ im Jahr 2020 beziffern.

Summe der ermittelten Potenziale im tschechischen Projektgebiet nach ehemaligen Landkreisen

 

Ein Vergleich mit den Potenzialen auf deutscher Seite wird bewusst nicht vorgenommen, da unterschiedliche Energieträger betrachtet wurden. Die tatsächlich mobilisierbaren Biomassepotenziale in Böhmen liegen daher über den hier aufgezeigten Werten.
Bezieht man den jährlichen Primärenergieverbrauch der tschechischen Bevölkerung (0,1764 TJ / a), auf das ermittelte theoretische Potenzial im Jahr 2015, so ließe sich der Primärenergieverbrauch von 44.790 Menschen decken. Dies entspricht 6,2% der Bevölkerung im betrachteten Gebiet.
Den größten Anteil der ermittelten Biomassepotenziale im tschechischen Projektgebiet machen die Erträge aus NawaRo von Ackerland sowie aus der Forstwirtschaft aus (zusammen 79,5%). Eine zeitliche Veränderung der Potenziale ist lediglich durch den Anstieg des angenommenen technischen Potenzials für NawaRo von Ackerland auszumachen. Bei zahlreichen anderen Energieträgern konnte aufgrund der mangelhaften Datenlage keine Prognose errechnet werden, sodass gleichbleibende Potenziale unterstellt wurden.

Summe des technischen Potenzials im tschechischen Projektgebiet nach Potenzialarten und deren Anteil an der Potenzialsumme

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass der Potenzialbestimmung im tschechischen Projektgebiet zahlreiche Annahmen zugrunde liegen, die von der Berechnung im deutschen Gebiet übernommen wurden und wegen der mangelhaften Datenlage nicht oder nur in geringem Umfang angepasst werden konnten. Die aufgezeigten Ergebnisse sind daher mit einem gewissen Unsicherheitsfaktor zu betrachten und sollten vielmehr als Größenordnung verstanden werden.