Bioabfälle

Deutsches Projektgebiet
In die Betrachtung der Bioabfälle flossen folgende Abfallarten nach jeweiligen Quellen ein:

  • Bioabfall (Biotonne),
  • Bioabfall Gewerbe & Industrie,
  • Grünabfall,
  • Garten- & Parkabfälle öffentliche Flächen.

Es wurden nur Abfälle betrachtet, die durch die öffentlich-rechtlichen Entsorger aufgenommen und in der öffentlichen Statistik erfasst wurden.
Das Abfallaufkommen wurde entweder auf Ebene des Verbandsgebiets des RAVON oder, wenn hierfür keine Daten vorhanden waren, auf Ebene des Freistaates Sachsen betrachtet und auf die Einwohner der jeweiligen Kommunen heruntergebrochen.
Anzumerken ist, dass die entsorgten Mengen an organischen Haushaltsabfällen in den beiden Landkreisen stark variieren. Werden im Landkreis Bautzen jährlich 62 kg Biomüll je Einwohner erfasst, so sind es im Landkreis Görlitz 98 kg. Dies liegt u.a. daran, dass im Landkreis Görlitz größere Anteile an Grünschnitt mit in die Bioabfalltonne gegeben werden.
Die Prognosen basieren auf der Bevölkerungsvorausberechnung des StaLa.
Je Tonne Frischmasse wird ein Biogasertrag von 100m³ angenommen. Der Anteil von Methan an Biogas aus Bioabfällen liegt bei 61%.
Das theoretische Potenzial entspricht dem Technischen.

 

Potenziale für Bioabfall nach Landkreisen im deutschen Projektgebiet

 

Potenziale für Bioabfall im gesamten deutschen Projektgebiet

 

Tschechisches Projektgebiet
Im tschechischen Teil wurden Bioabfälle und Bioabfälle von Küchen und Verpflegungseinrichtungen aus dem Jahr 2010 betrachtet. Diese auf Ebene der ehemaligen Kreise vorhandenen Daten wurden entsprechend der Bevölkerungsverteilung auf die Kommunen herunter gerechnet. Die Berechnung des Biogaspotenzials erfolgte analog zu den Kalkulationen auf deutscher Seite.
Bei der Ausweisung der Gesamtpotenziale wurden nur Gemeinden östlich der Elbe berücksichtigt.
Eine Prognose konnte wegen der nicht verfügbaren Bevölkerungsprognose nicht berechnet werden.

 

Potenziale für Bioabfall im tschechischen Untersuchungsgebiet nach ehemaligen Kreisen

 

Potenziale für Bioabfall im gesamten tschechischen Projektgebiet

Klärgas

Da die behandelten Einwohnerwerte für die jeweiligen Kommunen im Untersuchungsgebiet nicht verfügbar sind, wurden die behandelten Einwohnerwerte des jeweiligen Landkreises im Verhältnis der entsprechenden Einwohneranteile auf die Kommunen projiziert. Es ist ein durchschnittlicher Anfall von täglich 18,3 Litern Klärgas je Einwohnerwert und ein mittlerer Heizwert von 21,6MJ/m³ im Jahr anzunehmen.
Die Prognosen sind wie schon bei der Berechnung des Bioabfallaufkommens an die Bevölkerungsprognose des StaLa gekoppelt. Da die behandelten Einwohnerwerte auch gewerbliche Abwässer beinhalten, wird angenommen, dass diese in den Prognosejahren 2015 und 2020 gleich bleiben.
Entspricht das theoretische Potenzial einer hundertprozentigen Nutzung der vorhandenen Anlagen, so ist für das technische Potenzial eine durchschnittliche Anlagenauslastung von 70% anzunehmen.
Hinweis: Die Berechnung von Potenzialen für Klärgas und Klärschlamm erfolgte unabhängig voneinander unter der Annahme einer jeweiligen Potenzialmaximierung. Wird Klärschlamm zunächst anaerob behandelt und das entstehende Klärgas genutzt, so liegt der Heizwert unter den getroffenen Annahmen. Es besteht daher ein Zusammenhang zwischen Klärgas- und Klärschlammnutzung.

 

Potenziale für Klärgas nach Landkreisen

 

Potenziale für Klärgas im gesamten deutschen Projektgebiet

Klärschlamm

Deutsches Projektgebiet
Die Berechnung der Potenziale aus Klärschlamm erfolgte auf Basis des Klärschlammaufkommens nach Landkreisen und Einwohnerwerten. Die Prognose wurde analog zu der Berechnung von Klärgas an die Bevölkerungsprognose gekoppelt.
Als energetische Nutzung wurde die Mitverbrennung des Schlammes im Kraftwerk (Boxberg) nach vorheriger Trocknung mit Kohle unterstellt. Je kg Klärschlamm beträgt der Heizwert 11 MJ.
Das theoretische Potenzial sieht eine vollständige Nutzung des Klärschlamms vor, das technische Potenzial berücksichtigt konkurrierende Nutzungen für Landwirtschaft sowie Garten- und Landschaftsbau und entspricht 66% des theoretischen Potenzials.

 

Potenziale für Klärschlamm nach Landkreisen im deutschen Projektgebiet

 

Potenziale für Klärschlamm im gesamten deutschen Projektgebiet

 

Tschechisches Projektgebiet
Auch im tschechischen Teil des Projektgebiets wurde die Berechnung des Klärschlammaufkommens an die Bevölkerung auf Gemeindeebene gekoppelt. Hierzu wurde das Klärschlammaufkommen (2009) der beiden Regionen entsprechend des Bevölkerungsanteils (2010) auf die Kommunen übertragen. Hierzu sei angemerkt, dass die Berechnung zunächst für das gesamte Gebiet des Ústecký kraj und des Liberecký kraj erfolgte, bei der Darstellung der Ergebnisse jedoch nur Kommunen östlich der Elbe betrachtet wurden.
Die Berechnung der Potenziale erfolgte anlog zu der Bestimmung auf deutscher Seite. Es sei hier angemerkt, dass derzeit 97,5% des anfallenden Klärschlamms in den betrachteten Regionen auf Felder ausgebracht oder kompostiert werden. Es wird jedoch unterstellt, dass sich nach Vorhandensein anderer Verwertungskapazitäten ein ähnliches Verhältnis wie im deutschen Projektgebiet einstellt.
Eine Prognose konnte aufgrund nicht vorhandener Bevölkerungsprognosen nicht berechnet werden.
Insgesamt besteht im tschechischen Untersuchungsgebiet ein theoretisches Klärschlammpotenzial von jährlich 171 TJ. Bei Annahme einer verbleibenden konkurrierenden Nutzung von 1/3 besteht ein technisches Potenzial von 114 TJ.

 

Potenziale für Klärschlamm im tschechischen Projektgebiet nach ehemaligen Kreisen

 

Potenziale für Klärschlamm im gesamten tschechischen Projektgebiet

Straßenbegleitholz

Deutsches Projektgebiet
Ausgehend von der Länge unterschiedlicher Straßenkategorien in den beiden Landkreisen [Angaben nach Straßenbauamt Bautzen, Kreisentwicklungsamt Görlitz, sowie Internetrecherche] wurde anhand von Richtwerten das Aufkommen an Straßenbegleitholz ermittelt. Bei der Berechnung des Biomasseanfalls wurde jeweils eine untere und obere Grenze bestimmt.

Länge der Straßen in den Landkreisen Bautzen und Görlitz, sowie Biomasseanfall nach Straßenkategorie

Bei einem zugrunde gelegten Wassergehalt von 50% beträgt der Heizwert je Tonne 2.200 kWh.
Kaltschmitt et al. zeigen auf, dass nur etwa 20 bis 70% des Materials abtransportiert werden – der Rest der Biomasse verbleibt vor Ort. Hiernach wird ein technisches Potenzial von 70% abgeleitet. Das theoretische Potenzial entspricht einem vollständigen Abtransport mit anschließender energetischer Nutzung.
Aufgrund der pauschalen Abschätzung des Biomasseanfalls und der Ungewissheit über zukünftige Straßenbauprojekte wird davon abgelassen eine Prognose für 2015 und 2020 abzuleiten.

Potenziale für Straßenbegleitholz nach Landkreisen im deutschen Projektgebiet

 

Potenziale für Straßenbegleitholz im gesamten deutschen Projektgebiet

 

Tschechisches Projektgebiet
Die Berechnung der Potenziale im tschechischen Teil des Projektgebiets erfolgte analog zum deutschen Gebiet. Es konnte eine Regionalisierung auf Ebene der ehemaligen Kreise vorgenommen werden.

 

Potenziale für Straßenbegleitholz im tschechischen Projektgebiet nach Regionen

 

Potenziale für Straßenbegleitholz im gesamten tschechischen Projektgebiet

Deponiegas

Durch bakteriologische und chemische Abbauprozesse von organischen Substanzen in Mülldeponien entstehen Deponiegase, die in ihrer chemischen Zusammensetzung dem Biogas ähnlich sind.
Im Verbandsgebiet des RAVON gibt es insgesamt acht Deponien, die bis auf die Deponie Kunnersdorf bereits geschlossen sind. Derzeit wird lediglich das Gas der Deponien Kunnersdorf und Nadelwitz verstromt. Nach Angaben von Herrn Heine (Geschäftsführer RAVON) variieren die Gasmengen stark und eine genaue Prognose sei nicht möglich.
Zur Berechnung der Potenziale aus Deponiegasen wurden die Gasmengen von 2005 bis 2010 betrachtet und wegen der großen Schwankungsbreite ein Mittelwert gebildet.
Der Energiegehalt wurde mit 5,5 kWh je Kubikmeter Gas angenommen. Unter der Voraussetzung, dass das gesamte erfasste Gas auch verstromt werden kann, entspricht das technische Potenzial dem Theoretischen (Es sei angemerkt, dass der RAVON die Verstromung an nur zwei Deponien aus Gründen der Wirtschaftlichkeit betreibt. Das Gas der anderen Deponien wird abgefackelt. Eine energetische Nutzung dieser Deponiegase müsste ökonomischen Abwägungen standhalten).

Potenziale für Deponiegase nach Landkreisen

 

Potenziale für Deponiegase im gesamten Projektgebiet