Natur und Landschaft

Der deutsche Teil der Untersuchungsregion lässt sich von Nord nach Süd drei Naturräumen zuordnen: den südlichen Ausläufern des glazial bestimmten nordostdeutschen Tieflandes, dem lössbedeckten Tief- und Hügelland (Lössgürtel) sowie dem Bergland mit dem Gebirgsvorland (Mittelgebirgsschwelle).
Charakteristisch für das Tiefland ist ein flachwelliges Relief in Höhenlagen von 120 bis 170 m üNN. Im nördlichen Teilgebiet ist es von miozänen Braunkohleflözen unterlagert, von denen weite Teile seit über 100 Jahren abgebaut werden und zu einer Umgestaltung und Devastierung des Naturraumes führten. Mit der Sanierung der ehemaligen Braunkohlentagebaue und der Flutung der Restseen ist hier der Landschaftsraum des Lausitzer Seenlandes im Entstehen. Südlich daran anschließend bestimmen ausgedehnte Waldkomplexe und zahlreiche Teiche das Landschaftsbild (Oberlausitzer Heide- und Teichgebiet). Die Böden sind überwiegend trocken und nährstoffarm (sandige Substrate), auf denen v.a. Kiefernwälder mit geringem Laubholzanteil dominieren. Das Klima steht unter schwach kontinentalem Einfluss, bei dem warme trockene Sommer mit längeren Schönwetterlagen sowie recht kalte Winter typisch sind. Die Jahresmitteltemperaturen schwanken zwischen 8 und 8,6 °C, die Niederschläge zwischen 600 und 700 mm.


Im sehr abwechslungsreichen Lössgürtel ist das Nebeneinander von flachen und hügeligen Platten und Becken mit Höhenlagen von 170 bis 300 m üNN sowie Berggruppen und markanten Einzelbergen (z.T. vulkanischen Ursprungs) bis 450 m üNN typisch. Den verschiedenartigen Gesteinsuntergrund (Granite des Lausitzer Granitmassivs) bedecken überwiegend jüngere kaltzeitliche Bildungen: Löss, Lössderivate, Sandlöss und Sande. Lössausbildung und -mächtigkeit sind reliefabhängig sehr stark differenziert, wobei sich im Oberlausitzer Gefilde die Lössablagerungen in einem 12-15 km breiten Streifen konzentrieren. Die Lössmächtigkeit erreicht kaum über 2 m, in günstigen Beckenlagen 3 bis 5 m. Die fruchtbaren Lössböden bilden seit Jahrhunderten die Grundlage für den Ackerbau, der die Landnutzung in weiten Teilen prägt. Der Waldanteil ist unterdurchschnittlich und wurde im Zuge der Landnahme auf Taleinschnitte oder Grundgebirgsdurchragungen zurückgedrängt. Die klimatischen Bedingungen sind ähnlich dem Tiefland, wobei die Niederschläge mit zunehmender Nähe zum Berg-landbereich ansteigen und die mittleren Jahrestemperaturen sinken.
Die Mittelgebirgsschwelle wird zum einen vom Oberlausitzer Bergland, einem typischen Granit-Bergland, und zum anderen vom Zittauer Gebirge, einem Teil der sich nach Süden fortsetzenden sächsisch-böhmischen Sandsteinregion, geprägt. Die fast geschlossen bewaldeten Bergrücken (über-wiegend Fichtenforste) des Oberlausitzer Berglandes erheben sich bis in Höhenlagen von 600 m und weisen zusammen mit den dazwischen liegenden Talmulden eine klare West-Ost-Richtung auf. Das Spreetal bildet eine zentrale Achse. Lössanwehungen reichen bis in Gipfelbereiche um 450 m üNN. Das Zittauer Gebirge erhebt sich 300 bis 400 m über dem vorgelagerten Zittauer Becken und wird durch eine leicht nach Süden geneigte und am Nordabfall erosiv stark gegliederte Sandsteinplatte charakterisiert. Zahlreiche Bergkuppen bis 800 m üNN überragen das Sandsteinmassiv. Die Niederschläge wachsen rasch mit zunehmender Höhe und erreichen im Jahresmittel über 900 m üNN an den höchsten Bergkuppen. Die Jahresmitteltemperaturen betragen ca. 7 °C.


Laut der vom SMUL veröffentlichten Klimaprognose für Sachsen werden sich die beobachteten Klimatrends der letzten Jahre weiter fortsetzen. So wird in den nächsten 50 Jahren die mittlere Jahrestemperatur weiter um bis zu 2,6 °C steigen, verbunden mit einer deutlichen Verlängerung der Vegetationsperiode durch den Anstieg der Mitteltemperaturen von Februar bis April. Mit der Zunahme der Sonnenscheindauer im Frühjahr und Sommer geht auch ein drastischer Rückgang der Niederschläge in der Vegetationsperiode einher mit gravierenden Auswirkungen auf den Wasserhaushalt. Langfristig muss infolgedessen mit Anbauproblemen in der Land- und Forstwirtschaft gerechnet werden. [27] Das böhmische Gebiet gehört zum sog. Böhmischen Massiv, eines der ältesten Teile des europäischen Festlandes. Der Landschaftscharakter ist reichlich gegliedert. Dominant sind vor allem Lausitzer und Isergebirge im Norden und Riesengebirge im Nordosten, markant sind auch die Kegel des Ralsko Hügellandes im Südwesten. Quer durch das Gebiet verläuft der Jeschken-Kossakenkamm, im Friedländerzipfel breitet sich das Friedländer Hügelland aus. Leicht wellig ist auch das Zittauer Becken mit dem Reichenberger Becken. Im Südosten reicht in das Gebiet noch der nördliche Teil des Jičín Hügellandes. Der höchste Punkt ist der Berg Kotel mit 1.435 m im Riesengebirge, der tiefste mit 115 m liegt in Hřensko (zugleich tiefster Punkt Tschechiens). Die Höhen reichen von 115 m bis 1.435 m üNN, wobei die höheren Gebiete im Norden liegen, niedrigere im Süden. Die Flüsse werden in 3 Gewässer abgeführt – Ploučnice, Neiße und Elbe und weiter in das sächsische Gebiet.
Insgesamt gibt es im tschechischen Projektgebiet 50 Naturschutzgebiete von unterschiedlichster Einstufung.