Verkehrsinfrastruktur

Straßennetz

Die leistungsfähigste Straßenverkehrsachse im deutschen Teil des Untersuchungsgebietes ist die Bundesautobahn BAB 4, welche die Ober-lausitz in West-Ost-Richtung durch-quert und an das nationale und inter-nationale Verkehrsnetz anbindet. Der Autobahngrenzübergang Ludwigsdorf – Jedrzychowice (Hennersdorf, Polen) ist ohne Tonnagebeschränkung passierbar.
Ebenfalls in West-Ost-Richtung erschließen die Bundesstraßen B6 (Dresden-Görlitz) und B98/B96 (Bischofswerda-Zittau) das südliche Teilgebiet. Im nördlichen Teilgebiet gibt es keine leistungsfähige West-Ost-Verbindung. Hier sichern die Bundesstraßen B96, B97, B115 und B156 die Nord-Süd-Erschließung und die Anbindung an die Autobahn. Südlich der Autobahn gehören die B96, B99 und B178 zu den bedeutendsten Nord-Süd-Achsen.

Im Weiteren ist die Region v.a. im Süden entsprechend der hohen Siedlungsdichte von einem dichten Netz an Staats-, Kreis- und Gemeindestraßen erschlossen.

Von den insgesamt 14 Grenzübergängen nach Polen und Tschechien, welche für den Kfz-Verkehr zugelassen sind (ohne Autobahn), ist lediglich ein Übergang nach Tschechien ohne Tonnage-beschränkung und zwei nach Polen zumindest für Kfz bis 12 t zugelassen. Im Zuge des Neubaus der B178 mit Anschluss an den Grenzübergang Zittau/Friedensstraße ist hier mit einer Aufhebung der Tonnagebeschränkung zu rechnen.

 

Straßengrenzübergänge (zugelassen für Kfz-Verkehr mit hoher Tonnage)

Die leistungsfähigste Achse auf tschechischer Seite ist die R35 mit dem Grenzübergang in Grottau (Hrádek nad Nisou). Auf tschechischem Gebiet gelten an diesen Achsen keine Begrenzungen, aber auf polnischem. Sobald die polnische Verwaltung diese Beschränkungen abschafft, werden die Grenzübergänge ohne Probleme auch für LKWs über 12 t befahrbar. Der Anschluss an den Bezirk Ústí ist über die E442 gesichert, zu dem Grenzübergang ohne Begrenzung Rumburk/Neugersdorf zweigt dann von dieser internationalen Verbindung die Straße Nr. 9 ab. Diese Verbindung ist im Winter sehr schlecht befahrbar und wird je nach Witterung zeitweise für LKWs gesperrt (v.a. wegen Eisglätte).

 

Schienennetz

Die wichtigsten Eisenbahnverbindungen der Region für den überregionalen Güterverkehr auf deutscher Seite sind die Strecken im Verlauf des paneuropäischen Korridor III

  • (Dresden) - Bautzen - Görlitz - (Wrocław, Republik Polen) und
  • (Wittenberg - Leipzig - Falkenberg) – Hoyerswerda – Horka - (Węgliniec, Republik Polen)

Beide Strecken ermöglichen aufgrund ihres Ausbauzustandes gegenwärtig keine ausreichende Durchlassfähigkeit für den Güterverkehr und entsprechen damit noch nicht den Anforderungen an die Verkehrsinfrastruktur in einem paneuropäischen Korridor.
Weitere wichtige Güterverkehrsverbindungen in der Region sind die Strecken

  • (Berlin - Cottbus) - Weißwasser - Görlitz mit Anschluss an die Neißetalbahn nach Zittau,
  • Bischofswerda - Zittau - (Liberec, Tschechische Republik)
  • (Rumburk, Tschechische Republik) - Ebersbach - Löbau
  • (Dresden) - Kamenz
  • (Dresden) - Königsbrück

Auch hier sind noch bauliche Voraussetzungen für eine deutliche Beschleunigung des Güterverkehrs erforderlich. Die Strecken haben nicht nur für den Transit-Güterverkehr Bedeutung, sondern erschließen das regionale Güterverkehrsaufkommen. Wichtigster Ziel- und Quellbahnhof ist Spreewitz. Weiterhin bestehen noch die Holzverladebahnhöfe Radeberg, Bischofswerda, Bautzen und Niesky sowie das Güteraufkommen der Firma Klausner Holz Sachsen GmbH in Kodersdorf (Gleisanschluss an die Bahnstrecke (Cottbus)-Görlitz-Zittau).

Schienengrenzübergänge (zugelassen für Güterverkehr)

Im Eisenbahnbereich handelt es sich auf dem tschechischen Untersuchungsgebiet um Verbindungen, die zur Erschließung des regionalen Aufkommens dienen. Es gibt noch den Grenzübergang Černousy – Zawidów, der früher auch für den Güterverkehr genutzt wurde. Versuche über den erneuten Schienenverkehr sind bislang gescheitert.