Infrastruktur in der Projektregion

Die Projektregion setzt sich aus den deutschen Landkreisen Bautzen und Görlitz sowie auf tschechischer Seite aus den Gebieten Liberecky kraj und Teile (rechtsseitig der Elbe) des Ustecky kraj zusammen. Dabei werden die Städte Litomĕřice und Děčin, nicht aber Ŭstí nad Labem und Roudnice nad Labem, mit zum Projektgebiet gezählt.

 

Quelle: DBFZ 2011

Methodik der Regionalanalyse

Ziel Regionsanalyse ist die Ermittlung des regional verteilten Wärmebedarfs folgender Branchen:

  • Krankenhäuser
  • Schwimmbäder
  • Bildungseinrichtungen
  • Beherbergungsgewerbe
  • Industrie und Gewerbe

 


Die Berechnung des Wärmebedarfs basiert für alle Branchen auf der nachstehenden allgemeinen Formel.

Als Aktivitätsgröße kommen nur Größen in Frage, die einerseits statistisch verfügbar sind und andererseits mit dem Wärmebedarf in einer Branche korrelieren.

Ergebnisse der Regionsanalyse

Unter Anwendung der vorangestellt erläuterten Methode wurde der regionale Wärmebedarf – differenziert nach den fünf aufgeführten Branchen – ermittelt und in nachfolgender Tabelle zusammengetragen

 

Quelle: DBFZ 2011

Die durch die Genauigkeit des Wärmebedarfskennwertes bedingten Schwankungsbreiten des Wärmebedarfs liegen für Krankenhäuser und Bildungseinrichtungen bei ca. 30 %, 10 % im Beherbergungsgewerbe und für Schwimmbäder bei 50 %. Diese Ergebnisse wurden regional aufgeschlüsselt für jeden Standort ermittelt. Basierend darauf wurden
Karten mit dem mittleren Wärmebedarf der einzelnen Branchen erstellt.

Zu detaillierter Sicht des Wärmebedarfs und Abfragen siehe bitte Energieatlas Lausitz http://mo/ben3/ben3.aspx (pot. Wärmesenken)

Gasnetz

Die gesamte Projektregion ist an das Gasnetz angeschlossen. Auf der deutschen Seite sind folgende Unternehmen als Energieversorger tätig:

  • ENSO Energie Sachsen Ost
  • Energieversorger Schwarzelster
  • Gasversorger Görlitz
  • Stadtwerke Weißwasser
  • Stadtwerke Zittau
  • Energie- und Wasserwerke Bautzen
  • Versorgungsbetriebe Hoyerswerda
  • SpreeGas.

Das Gasnetz im deutschen Teil der Projektregion ist in folgender Abbildung dargestellt. Dabei handelt es sich lediglich um die öffentlich zugängliche Informationen zum Gasleitungsnetze – die Hochdrucknetze. Detaillierte Karten der Netze bis hin zum Endverbraucher sind öffentlich nicht verfügbar und somit nicht darstellbar. Grundlegend ist davon auszugehen, dass ein Großteil der Gemeinden in der Region über einen Anschluss an das Gasnetz verfügt.

Gasnetz im deutschen Teil der Projektregion

 

Quelle: DBFZ 2011

Das Gasnetz auf der tschechischen Seite der Projektregion ist in folgender Abbildung abgebildet. Wie zu erkennen ist, ist auch diese Region und alle größeren Ortschaften an das Gasnetz angeschlossen. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Rechte zur Darstellung der Abbildung in Druckform beim Tschechischen Vermessungs- und Katasteramt liegen.

Gasnetz im tschechischen Teil der Projektregion

 

Quelle: DBFZ 2011

 

Stromnetz

Bei den Stromnetzen verhält es sich ähnlich wie bei den Gasnetzen. Die gesamte Region ist an das Stromnetz angeschlossen, es kann jedoch im Einzelfall vorkommen, dass es zu weiten Entfernungen bis zum nächstgelegenen Einspeisepunkt kommt, was vor allem auf die vergleichsweise geringe Besiedlungsdichte zurückzuführen ist.
Für den deutschen Teil der Projektregion war es nicht möglich entsprechend detaillierte Informationen zum Stromnetz zu erhalten. In Abb. 6 ist das Höchstspannungsnetz, 220 und 380 kV, sowie die Kraftwerke in Sachsen dargestellt. Nähere Informationen über die lokalen Netze zwecks einer Stromeinspeisung durch Biomasseanlagen können von den örtlichen bzw. dem übergeordneten Netzbetreiber elia/50Hertz bezogen werden.

Höchstspannungsnetz in Sachsen

 

Quelle: DBFZ 2011

Für den tschechischen Teil der Projektregion wurde eine sehr detaillierte Karte vom tschechischen Kataster- und Vermessungsamt zur Verfügung gestellt. Auch hier wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Rechte der Abbildung in Druckform beim tschechischen Kataster- und Vermessungsamt liegen. In nachfolgender Abbildung ist das Stromnetz, unterteilt nach der Spannungsebene, von 10 bis 400 kV dargestellt. Die Region ist in großen Teilen von entsprechenden Höchst-, Hoch- und  Mittelspannungsleitungen durchzogen. Lediglich in schwach besiedelten Gebieten sind keine entsprechenden Leitungen mehr vorhanden. Es kann davon ausgegangen werden, dass die Stromversorgung dort über Niederspannungsleitungen sichergestellt ist. Abhängig von der Anlagengröße kann die Stromeinspeisung von  Bioenergieanlagen in Nieder- oder Mittelspannungsleitungen erfolgen. Im Einzelfall muss dies direkt mit dem zuständigen Netzbetreiber eruiert werden.

Stromnetz im tschechischen Teil der Projektregion

 

Quelle: DBFZ 2011

 
 

Anschluss an das Stromnetz

Nach dem EEG sind die Stromnetzbetreiber verpflichtet EE-Anlagen an ihr Netz anzuschließen, den Strom aus regenerativ erzeugten Anlagen vorrangig abzunehmen und entsprechend zu vergüten. Als Verknüpfungspunkt wird der Punkt gewählt, der im Hinblick auf die Spannungsebene am geeignetsten erscheint und die kürzeste Verbindung (Luftlinie) aufweist.
Der Netzbetreiber ist Verpflichtet sein Netz soweit zu optimieren, dass eine ausreichende Kapazität zur Abnahme des regenerativ erzeugten Stroms vorhanden ist. Dies ist allerdings nur bis zur Schwelle des wirtschaftlichen zumutbar. Darüber hinaus kann der Netzbetreiber Anlagen über 100 kW runterregeln, wenn dadurch eine Netzüberlastung vermieden wird. Die für den Netzanschluss sowie die notwendige Messtechnik anfallenden Kosten trägt der Anlagenbetreiber. Allerdings sind Kosten für Optimierung, Verstärkung und Ausbau des Netzes vom Netzbetreiber zu tragen.

Anschluss an das Gasnetz

Der Anschluss von Biogasaufbereitungsanlagen und Einspeisung von Biomethan ins Erdgasnetz ist in der Gasnetzzugangsverordnung (GasNZV) geregelt. Darin ist geregelt, dass Netzbetreiber vorrangig regeneratives Gas an die Gasversorgungsnetze anzuschließen haben. Die Kosten dafür sind zu 75% vom Netzbetreiber zu tragen. Der Anschlussnehmer trägt die verbleibenden 25% bei einer Verbindungsleitung bis einen Kilometer Länge, nicht jedoch mehr als 250 000 €. Überschreitet die Verbindungsleitung eine Länge von 10 Kilometern, hat der Anschlussnehmer die Mehrkosten zutragen. Weitere Regelungen, vor allen zu einzuhaltenden Fristen seitens der Netzbetreiber und der Anschlussnehmer sind der GasNZV zu entnehmen.